Ein neuer Fernwanderweg für Jakobspilger von Magdeburg an der Elbe zu den Pyrenäen verknüpft die Eifel mit Polen und Frankreich. Jakobswege zum Grabe des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela gab es nicht nur in Spanien sondern auch hierzulande. Mit dem neuen überregionalen Jakobswegkonzept in Deutschland wurde ein neuer Anschlussweg zu der großen französischen Pilgerstraße von Vézelay hergestellt. Von Köln, der großen Verteilerstationen der Jakobspilger im Rheinland kommend führt der heutige Weg über Euskirchen, Bad Münstereifel, Blankenheim und Prüm nach Trier. Von dort gibt es mehrere Möglichkeiten, um den Weg nach Frankreich in Richtung Metz fortzusetzen. Wer sich heute in Euskirchen auf Entdeckungsreise begibt, wird noch viele Spuren des Mittelalters entdecken. Schon von Weitem weist der markante Turm der im Kern noch romanischen Pfarrkirche St. Martin den von Weilerswist an der Erft entlang wandernden Pilgern von Weitem den Weg. Innen ist die Kirche mit gotischen Netzgewölben und einem frühgotischem Chor ausgestattet. Viele wertvolle Ausstattungsstücke entführen die heutigen Jakobspilger in die Welt des Mittelalters wie zum Beispiel ein Sakramentshäuschen, ein Taufbecken aus Namurer Blaustein 12. Jh. eine Pieta und eine Madonna, vermutlich von Tilmann Riemenschneider. In den Antwerpener Schnitzaltar ist im Unterbau eine alte Figur des hl. Jakobus eingelassen; ferner ist der Pilgerheilige als Mitglied der Hl. Sippe im Mittelfeld des Altars sowie in den Figuren des Obergaden dargestellt. In einer Urkunde von 1680 wird ein eigener Jakobusaltar erwähnt. In dem früheren Euskirchener Hospital haben sicher auch Jakobspilger übernachtet. Viele Pilger sind auch in dem nahen an der Frankfurt-Aacher-Krönungsstraße gelegenen Pilgerhospital des Klosters der Augustinerinnen "Marienstern" (Kloster Essig) untergekommen, wo 1439 die Gründung einer Jakobusbruderschaft nachgewiesen ist (Siegel im Diözesanarchiv in Köln). Von Euskirchen führt der heutige mit dem Muschelsymbol ausgeschilderte Weg über Roitzheim durch den Wald hinauf zur Hardtburg. Die einsam im Wald gelegene Ruine gibt noch heute eine beeindruckende Vorstellung von der Wehrhaftigkeit der Eifelburgen im hohen Mittelalter. Dann geht es hinunter nach Kreuzweingarten, dessen Wallfahrtskirche auf der anderen Talseite für jeden Pilger ein "muss" ist. Seit frühester Zeit wurde hier eine größere Kreuzpartikel verehrt. Das nächste Tagesziel ist die mit Mauern umwehrte Stadt Bad Münstereifel.

 

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